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 Gesinnungsprüfung bei Olympia?

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Sir Henry
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BeitragThema: Gesinnungsprüfung bei Olympia?   Fr 03 Aug 2012, 01:54

http://www.spiegel.de/panorama/olympia-2012-ruderin-nadja-drygalla-verlaesst-olympisches-dorf-a-847987.html

Na prima, da hat eine junge Frau einen Lebensgefährten, der bei der NPD ist und wird nun prompt in Sippenhaft genommen.

Nun kann man die Entscheidung eines jeden Menschen, Mitglied bei der NPD zu werden, zurecht hinterfragen und kritisieren. Aber die NPD ist eine legale Partei, in Landtagen vertreten. Man mag deren Politik ablehnen, aber dann soll man sich auch inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen.

Und die Sportlerin? Was genau hat sie getan, dass sie abreisen muss? Hat sie sich abfällig gegenüber anderen Sportlern geäußert? Ist sie straffällig geworden? Hat sie konkret gegen den olympischen Geist verstoßen?

Oder hat schlicht die Gesinnungspolizei zugeschlagen?

Wann wurde eigentlich der letzte Sportler mit einem Mao T-Shirt des olympischen Dorfs verwiesen?
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BeitragThema: Re: Gesinnungsprüfung bei Olympia?   Fr 03 Aug 2012, 02:32

Tja schwierig, ohne die genauen Hintergründe zu kennen.
Nach heutiger PK hat sie nicht gg den Kodex verstoßen, sondern ihre Abreise selbst angeboten, um nicht Unruhe ins deutsche Lager zu tragen.
Was mich verwundert ist, dass sie ja auch ihren Polizeidienst vor einiger Zeit aus eben diesen Grund quittiert haben soll.
Schmeißt man den Job, nur weil der Partner in der NPD ist?
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Kitty Samtpfote



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BeitragThema: Re: Gesinnungsprüfung bei Olympia?   Fr 03 Aug 2012, 07:55

Hm, ein bisschen geschmäckle hat es schon. Zum einen ist die NPD (noch) eine zugelassene Partei, zum anderen hat die zugehörigkeit zur selbigen für Lebensgefährten, die selbst nicht PM sind, solche Konsequenzen. Dies steht scheinbar im widerspruch. Ob die freundin nun freiwillig oder vorauseilend freiwillig olympia verliess, kann zunächst vernachlässigt werden.
Fakt ist, dass dies offensichtlich wieder deutlich macht: Die NPD beschäftigt uns alle. Ich finde es wichtig, sie mind. weiterhin kritisch zu beobachten. Aber wie weit darf man hierbei gehen? So auf den ersten Blick und ohne nähere kenntnis der hintergründe meine ich: Gerade bei Olympia richtige Entscheidung, zu gehen.
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Herr Wilson



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BeitragThema: Re: Gesinnungsprüfung bei Olympia?   Fr 03 Aug 2012, 22:43

Frau Drygalla hat offensichtlich selbst die Reißleine gezogen: sie ist abgereist und „wurde nicht abgereist“. Sippenhaft scheint also nicht zuzutreffen, da es ihre Entscheidung war.

Dem Deutschen Ruderverband dürfte es bekannt gewesen sein, dass ihr Freund Mitglied einer Partei ist. Interessieren muss ihn das so lange nicht, wie sie nicht selbst Mitglied einer Gruppierung, die dem Grundgesetz zuwider handelt, ist.

Da im Umfeld Drygallas rechtradikales Gedankengut herrscht, ist davon auszugehen, dass sie die Ansichten mindestens toleriert. Das mag man verurteilen, aber – und jetzt kommt der Punkt, an dem Sport nur die zweite Geige spielt – solange die NPD eine legale Partei ist, wäre ein Ausschluss seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes zweifelhaft.

Dies war hier nicht der Fall. Frau Drygalla hat selbst das Ticket zurück ins deutsche Vaterland gelöst.

Man würde der NPD in die Karten spielen, verböte man in Zukunft einem/r Athleten/in die Teilnahme an Olympischen Spielen nur aufgrund der Zugehörigkeit eines Mitgliedes ihres Umfeldes zu einer Partei, die, @ Sir Henry hat es geschrieben, in deutschen Landtagen Politik machen darf.

Aber nochmal: dies war hier nicht der Fall.
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Sir Henry
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BeitragThema: Re: Gesinnungsprüfung bei Olympia?   Mo 06 Aug 2012, 21:14

Diese Angelegenheit nimmt immer absurdere Züge an.

Jetzt werfen sich die involvierten Parteien (nicht nur die politischen, die aber auch) gegenseitig mangelnden Informationsfluss vor. Alle haben ES gewusst. Was ES genau ist, sagt leider keiner laut.

ES steht für das Böse, die Abweichung von der Norm. Für das ES reicht es aus, wenn nicht mal die Betroffene unmittelbar vom ES überzeugt ist. Nein, der Lebensgefährte ist vom ES betroffen. ES ist ansteckend, deshalb muss ES aussortiert werden. Anstatt sich mit dem ES auseinanderzusetzen und ES inhaltlich und politisch zu bekämpfen, wird ES lieber dämonisiert.

Dabei ist die politische Bilanz der NPD aus meiner Sicht schlicht zu vernachlässigen. Die parlamentarische Arbeit ist ein Witz, der politische Einfluss außerhalb ihrer Gefolgschaft praktisch Null. Aber beim Stichwort NPD gehen bei den aufrechten guten Deutschen die Alarmglocken an.

Genaugenommen hätte Frau Drygalla sogar selber Mitglied der NDP sein können, und ihr hätte die Teilnahme nicht aus diesem Grund verwehrt werden können. Es ist nicht Aufgabe der Sportverbände, die politischen Überzeugungen ihrer Mitglieder zu überprüfen und zu bewerten.

Nun mach Frau Drygalla den Kotau vor der Öffentlichkeit, leistet Abbitte. Ob es ihr dabei ernst ist, weiß ich nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es sich um eine Schutzmaßnahme handelt um Druck vom Kessel zu nehmen und sich nicht die Zukunft im Leistungssport zu verbauen. Wäre nachvollziehbar.

Inhaltlich würde es mich freuen, wenn sie es ihr tatsächlich ernst ist. Aber es ist ihre Sache, eine politische Meinung zu haben, sei sie auch noch so absurd. Aber die Meinungsfreiheit ist meiner Meinung nach höher zu gewichten als der Wunsch der Verbände und Politiker nach gleichgeschalteten Sportlern.

PS: Dass nun ausgerechnet Ex-Pilei (Pionierleiterin) Pau von der SED in dieser Angelegenheit eine dicke Lippe riskiert, war zu erwarten. So was hat es früher nicht gegeben. Klar, da sind die unzuverlässigen Kader eben erst auf Linie gebracht worden. Und die ganz renitenten, die sich nicht auf Lippenbekenntnisse einlassen wollten, durften dann gerne zu Hause bleiben.
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